Jobangst - eingefroren

Bildquelle: flickr

Da ist sie wieder die große Angst. Die Angst, die alles um mich herum stillstehen lässt oder lässt sie mich in meinem Platz verharren? Auf jeden Fall verkrieche ich mich vor der Welt. Verhalte mich so, wie ich weiß, dass es mir eigentlich schadet. Und warum das alles?

Weil ich ein Jobangebot habe.

Ich bin letzte Woche aus einem zweiten Gespräch bei meinem Safety-Job rausgekommen und konnte danach nur die Worte: „Scheiße, ich hab nen Job“ rauspressen, bevor ich mit geballten Fäusten rumgetigert bin. Die Anspannung über diese Entscheidung von der ich bereits wusste wie die unvermeidliche Antwort aussieht, da ich ein Kopfmensch bin auch wenn der Bauch tobt und Nein, Nein, Nein schreit – wie ein Kind, dass auf dem Boden liegend mit den Fäusten trommelt – Diese Anspannung hat auch eine Woche später nicht nachgelassen.

Diese Anspannung – Angst – vor der falschen, aber doch unausweichlichen Entscheidung meinen Traum aufzugeben jemals wieder in nem Start-up zu arbeiten.

Jetzt beim Tippen erscheint sie mir so klein und dumm, in meinem Kopf ist die Welt noch viel zu oft schwarz und weiß und ich denke Entscheidungen werden für die Ewigkeit gefällt.

Hier die Fakten zum Jobangebot und den Umständen

  • Habe mich nur Beworben, weil mein Vater sich mit dem Geschäftsführer unterhalten hat
  • Im ersten Gespräch wurde vom GF nochmal deutlich gesagt, dass ich nicht aus Gefälligkeit meinem Vater ggü. hier sitze, sondern weil meine Unterlagen überzeugt haben
  • Im ersten Gespräch lag mein Redeanteil in den 2h bei 5-10% , und an einer Stelle wurde meine Frage einfach überredet
  • Im zweiten Gespräch hab ich dann ein wenig mehr reden dürfen
  • Und wir sind dann so verblieben, dass mir der Arbeitsvertrag zugesendet wird und ich in 2,5 Wochen anfange
  • Einjähriges Traineeprogramm
  • 42.000 € Jahresgehalt, kommt es danach zur Übernahme unterhält man sich natürlich über ganz andere Summen

Jetzt zu den Gefühlen hinter den Fakten

  • Scheiße, ich muss den jetzt mal anrufen ansonsten nervt mein Vater noch die ganze Zeit damit rum ob ich mich bei dem gemeldet habe
  • Oh danke, dass ist schön, dass Sie das so klar gestellt haben
  • What the fuck, wie soll ich mit so jemandem zusammen arbeiten ?
  • Oh, shit hab ich beim letzten Mal Controlling gesagt? Na dann kramen wir doch mal ein paar Anekdoten aus meiner Ausbildungszeit dort aus ( 7-8 Jahre her, max. 3 Monate dort gewesen)
  • Fuuuuuuuuck, warum hab ich nicht 1.August gesagt, das ist ja schon praktisch übermorgen
  • Ein Jahr, ein Jahr ist nicht so schlimm, oder doch? Und ich kann mich immer noch nebenbei bewerben, kann halt nur nicht mehr so flexibel zu Bewerbungsgesprächen
  • Wenn ich dann bei meiner Mama im Showroom wohnen kann muss ich keine Miete zahlen und kann, wenn ich mich zusammenreiße, 20.000€ in den 12 Monaten zur Seite legen. Allerdings lebe ich dann total alleine und vereinsamt im Industriegebiet und komme dort auch nicht weg, da ich ja kein Auto hab und weiß nicht wie gut dass dann für mein generelles Wohlbefinden ist.

Lasst Ihr euch auch von Angst, Zweifeln und unguten Gefühlen einfrieren und einschüchtern, oder seid ihr optimistischer gestimmt? Wie geht ihr damit um wenn der Kopf das eine, der Bauch aber das andere sagt ?

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